Zeit für kranke Menschen und die eigene Gesundheit

01-12-2017

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So verschieden Krankheiten und Beeinträchtigungen sein können, eines haben sie gemeinsam: Zeit ist von Bedeutung! Sei es, weil es nach einer Diagnose Zeit braucht, um die Krankheit zu realisieren und zu akzeptieren, weil der Alltag neu strukturiert werden muss, weil Tätigkeiten mehr Zeit beanspruchen oder weil die Zeit, die man mit seinen Mitmenschen verbringt, einen neuen Stellenwert erhält.

Mit dem Tag der Kranken 2018 möchte der gleichnamige Verein die Bevölkerung einladen, sich Zeit zu nehmen – Zeit für kranke und beeinträchtigte Menschen, aber auch Zeit für die eigene Gesundheit. 

Der Verband Schweizer Volksmusik vermittelt zahlreiche Formationen für den Tag der Kranken. An diesem Tag wird beispielsweise in vielen Altersheimen Volksmusik gespielt.

Die Gesundungsprozesse brauchen Zeit und sind verschieden

Im Alltag sprechen wir oft nur von Kranksein und Gesundsein. Dabei geht vergessen, dass es auch eine Zeit dazwischen gibt, die Rekonvaleszenz oder Genesung. Eine Faustregel besagt, dass zur Dauer der akuten Krankheitsphase noch einmal dieselbe Zeit für die Genesung hinzukommt. Jede und jeder muss sein persönliches Tempo und seinen Weg finden und gehen. Auch gilt es zu berücksichtigen, dass die Zeitwahrnehmung und der Gesundungsprozess sich mit dem Alter verändern.

Pflegende Angehörige zeitlich und finanziell entlasten

Gemäss Zahlen des Bundesamts für Statistik leisteten 31,7 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren im Jahr 2016 informelle Freiwilligenarbeiten. Dazu gehören Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung, Dienstleistungen oder Pflege und Betreuung von Verwandten und Bekannten. Durchschnittlich wendeten die Menschen dafür pro Monat 15,2 Stunden auf. 2013 leisteten Angehörige rund 64 Millionen Pflege- und Betreuungsstunden. Müsste dies bezahlt werden, würde dies 3,5 Milliarden Franken kosten. In den kommenden Jahren wird die Zahl der älteren Menschen, die auf Pflege und Unterstützung angewiesen sind, stark zunehmen. Es sind aber nicht nur ältere Menschen, die Betreuung benötigen. Jährlich sind über 800 verunfallte oder schwer erkrankte Kinder auf Unterstützung von Eltern und Verwandten angewiesen. Oft erhalten die betreuenden Angehörigen zu wenig Unterstützung. Die Zeit für schöne Dinge wie Vorlesen oder ein gemeinsamer Kaffee fehlt, weil die Betreuung schon so viel Zeit beansprucht. Der Bundesrat hat im Februar 2017 beschlossen, die Situation der betreuenden und pflegenden Angehörigen so zu verbessern, dass sie sich engagieren können, ohne sich zu überfordern oder in finanzielle Engpässe zu geraten. Für Angehörige soll dies unter anderem bedeuten, dass sie mehr Zeit erhalten – auch für die eigene Erholung – und ihre Betreuungsarbeit besser anerkannt wird.

Übersicht Aktivitäten und weitere Informationen auf Website

In der Rubrik „Veranstaltungen“ der Website www.tagderkranken.ch sehen Interessierte, welche Aktivitäten wo und wann stattfinden. Der Verein und seine Mitglieder wollen zudem darauf hinweisen, welche Hilfsangebote kranken und beeinträchtigen Menschen aber auch ihren Angehörigen zur Verfügung stehen. Links zu Hilfsangeboten, Literaturhinweise sowie das Faktenblatt mit vertieften Informationen zum diesjährigen Thema befinden sich ebenfalls auf der Website in der Rubrik.